Die Zahlungsfrist ist eine der wichtigsten Angaben auf deiner Rechnung - und eine, bei der viele Freelancer zu lasig sind. Zu lange Fristen schaden deinem Cashflow, zu kurze Fristen irritieren Kunden und fuhren zu Mahnungen. Was ist der richtige Mittelweg?

Dieser Leitfaden erklart die Rechtslage in der Schweiz, nennt Branchenstandards und gibt dir konkrete Empfehlungen je nach Kundensituation.

Was sagt das Schweizer Recht?

Das Obligationenrecht (OR) enthalt keine gesetzlich vorgeschriebene Standardzahlungsfrist. Ohne ausdruckliche Vereinbarung wird die Zahlung sofort bei Rechnungsstellung fallig (OR Art. 75). In der Praxis setzt jede Rechnung eine Frist, die zwischen den Parteien - explizit oder stillschweigend durch Branchenusanz - vereinbart wird.

Das bedeutet: Du bestimmst die Zahlungsfrist auf deiner Rechnung. Einzige Einschrankung: Sie muss klar schriftlich kommuniziert sein. "Zahlbar innert 30 Tagen" auf der Rechnung genugt als klare Vereinbarung.

Branchenstandards in der Schweiz

Die offiziell empfohlene B2B-Zahlungsfrist in der Schweiz und der EU ist 30 Tage. Langere Fristen (60+ Tage) sind zwar verbreitet, aber oft zu Lasten der kleineren Anbieter.

Empfehlungen nach Kundenprofil

Nicht jeder Kunde verdient dieselbe Zahlungsfrist. Hier unsere Empfehlungen:

Neukunde, erstes Projekt: 14 Tage. Kein etabliertes Vertrauensverhaltnis.

Stammkunde, gute Zahlungsmoral: 30 Tage. Standard fur B2B in der Schweiz.

KMU-Kunde: 20-30 Tage. Meist gunstig zu handhaben.

Grossunternehmen/Konzern: 30-45 Tage akzeptieren, aber nicht mehr als 60.

Offentliche Hand: 30 Tage, in der Praxis aber oft langsamer.

Profi-Tipp: Biete kurze Fristen mit Skonto an. "2% Rabatt bei Zahlung innert 10 Tagen" beschleunigt den Zahlungseingang erheblich - viele Buchhaltungsabteilungen nehmen dieses Angebot gerne an.

Was passiert wenn die Zahlungsfrist nicht eingehalten wird?

Nach Ablauf der Zahlungsfrist gerat der Schuldner automatisch in Verzug (OR Art. 102, sofern ein Verfalltag bestimmt ist). Du kannst sofort einen Verzugszins von 5% p.a. verlangen (OR Art. 104) und eine Zahlungserinnerung bzw. Mahnung schicken.

Fur die Mahnung gilt: Erster Schritt ist eine freundliche Zahlungserinnerung, dann formliche Mahnung mit Nachfrist, dann Betreibung (SchKG). Der Prozess dauert seine Zeit - deshalb sind kurze Zahlungsfristen fur deinen Cashflow so wichtig.

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